Op Marburg

Im September 09 bekommen wir, nach einer großen Gesprächsrunde der Ärzte, das Ergebnis des Monitoring mitgeteilt. Susanne hat einen Tuber der für Ihre großen Anfälle hauptverantwortlich zu sein scheint. Im linken Temporallappen, relativ gut erreichbar. Mit anderen Worten op möglich.
Wir bekommen einen Gesprächstermin bei Dr. Carl und Dr. Benes, sie erläutern uns detailliert den Ablauf der Op und die damit verbundenen Risiken. Leicht fällt uns die Entscheidung nicht, aber wir stimmen der Op zu.
Die Chancen das die Anfälle nach der Op komplett verschwunden sind liegen ca. bei ca 50%.
50% mehr Lebensqualität, ist für Susannes leiden sehr viel.

Also wird Susanne am 09.November 2009 stationär in der Klinik Lahnberge in Marburg aufgenommen.
Am 10 November bekommt sie noch einmal ein EEG und MRT gemacht, Blut abgenommen usw. also alles was für eine Op notwendig ist.
Den nächsten Morgen, 11.11.09 werden wir sehr früh geweckt, Ich soll Susanne noch einmal duschen und sie für die Op fertig machen.
Um kurz nach sieben werden wir geholt und Susanne wird in den Op gebracht.
Von da an beginnt für mich eine unendliche Warterei.

Erst gegen 14.45 Uhr kommt Susanne auf die Intensivstation, auf dem Weg dorthin kann ich mich davon überzeugen das alles ok ist, Prof. Nimsky sagte zwar das die Op soweit gut verlaufen wäre, aber ich will und muss mich selbst überzeugen. Ich sehe Susanne in die Augen sie schaut mich an und ist ansprechbar.
Dann muss ich wieder warten, Suse wird auf Intensivstation gebracht und an die Geräte angeschlossen, dann darf ich endlich zu Ihr.
Auf dem Weg dorthin spreche ich mit dem Chirurgen, Dr. Benes, er erklärt mir das alles gut verlaufen ist, Susanne keine neurologischen Einschränkungen und auch keine Blutungen bekommen hat.
Ich bin überglücklich.
Ich gebe meiner Familie Bescheid die ja auch sehnlichst auf einen Anruf wartet. Ehrlich ich wusste nicht das wir noch so viele Tränen haben.
Die Schwester auf der Intensivstation ist so lieb und verständnisvoll, sie tröstet mich und verbindet sogar den Kopf von Susannes Teddy.
Am nächsten Morgen gegen 11. Uhr darf Susanne schon von der Intensivstation auf die normale Station.
Von da an geht es ihr von Tag zu Tag etwas besser. Am Samstag den 21.11.09 darf Susanne, 10 Tage nach der Op nach Hause.
Eine Reha brauch Susanne nicht machen, da sie keine neurologischen Einschränkungen nach der Op hat.
Sie darf aber erst wieder im neuen Jahr die Schule besuchen.
Ich kann Marburg wirklich empfehlen.
Jetzt schauen wir erst mal wie es mit den Anfällen weitergeht